Der Winter ist gekommen und damit auch die richtige Zeit für einen Museumsbesuch. Warum also nicht das Museum der Alltagskultur im Schloss Waldenbuch besuchen? In der Sammlung „Wohnwelten“ erleben Sie an zahlreichen Original-Alltagsgegenständen wie sich das Wohnen und Bauen seit dem 19. Jahrhundert weiterentwickelt hat.

Wie lebte man früher – wie wohnt man heute

In den Museumsräumen wird mir bewusst wie luxuriös wir heute bauen und wohnen. Macht man sich heute bei der Planung eines Hauses oder einer Wohnung Gedanken darüber, ob man ein oder zwei Badezimmer benötigt, so war es früher normal, vor dem wöchentlichen Baden den Badeofen frühzeitig mit Kohlen anzuheizen. Nicht immer stand dann die Badewanne in einem separaten Zimmer. Gebadet wurde schon einmal in der Küche, wie man im Museum sehen kann. Von einer Küchenausstattung mit Dampfgarer, Spülmaschine oder per App gesteuerter Kaffeemaschine war man da noch weit entfernt. Zwar war auch in den 1960er Jahren der Fernseher der Mittelpunkt des Wohnzimmers, doch waren die Fernsehbilder schwarz-weiß, das Gerät hatte kein WLAN und war im Gegensatz zum heutigen Flachbildschirm ein ziemlicher Klotz.

Wohnzimmer mit altem Fernsehapparat
Eigenes Foto: Wohnzimmer mit altem Fernsehapparat.

Die Möglichkeiten haben sich verändert, aber die Bedürfnisse sind gleich geblieben

Die Ausstellung vermittelt den Besuchern, wie wichtig uns Menschen trotz der technischen Entwicklungen immer noch die Erfüllung der Grundbedürfnisse nach Schutz, Licht, Wärme oder Sauberkeit sind. So beschäftigen wir uns – wie auch unsere Vorfahren – mit dem Schutz unserer Wohnräume z. B. vor Einbruch. Wir planen Wohnungen mit großen, wärmeisolierten Fensterflächen und richten es uns mit elektrischen Lampen gemütlich und hell ein. Bei der Beheizung der Wohnräume setzen wir heute auf Zentralheizungen, nutzen wieder vermehrt die regenerativen Energien der Natur und sorgen mit ausgeklügelter Wärmedämmung dafür, dass die Wärme auch im Haus bleibt. Als Rückzugsort muss das Zuhause auch ordentlich und sauber sein. Im Museum wird dies anhand der schwäbischen Kehrwoche und einem durch die Museumsräume fahrenden Roboterstaubsauger verdeutlicht.

Was bedeutet dies für Architektur und Hausbau?

Das Museum zeigt, dass sich über die Jahrzehnte zwar das Wohndesign und die technischen Möglichkeiten stark verändert und weiterentwickelt haben, wir Menschen aber weiterhin dieselben Wohnbedürfnisse haben. Diese sollten deshalb bei der Planung und dem Entwurf eines Hauses – nach Erfüllung der baurechtlichen Vorgaben – im Mittelpunkt stehen. Im Zusammenspiel mit den individuellen Wünschen an den Wohnstil und die „Funktion“, lässt sich dann Zufriedenheit und Wohlbehagen in den eigenen vier Wänden erreichen.

Weitere Informationen

Website des Museums der Alltagskultur in Waldenbuch

Jeden letzten Freitagnachmittag im Monat gibt es den sogennanten Schwabenrabatt und der Eintritt ist frei.

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