Wer sich beim Bau seines Hauses für eine Sole/Wasser-Wärmepumpe entscheidet, auch als Erdwärmeheizung oder Geothermieheizung bekannt, nutzt die Wärme im Erdreich zur Beheizung seines Hauses. Allerdings reichen die Temperaturen
z.B. in 100 m Tiefe mit 11 – 12 °C noch nicht aus, um das Haus zu erwärmen. Daher wird im geschlossenen Kreislauf der Sole/Wasser-Wärmepumpe die physikalische Eigenschaft von Gasen genutzt, sich bei Kompression zu erwärmen und bei Entspannung abzukühlen. Diese Kompressionswärme beheizt dann umweltfreundlich das Haus.

Deshalb setzt die KfW-Bank die Sole/Wasser-Wärmepumpe als eine von sechs Heizungstechniken für die Förderung ab dem KfW-Effizienzhaus 55 voraus. Empfehlenswert ist die Kombination der Sole/Wasser-Wärmepumpe mit einer Fußbodenheizung, dann kann man die Wärmepumpe auch zur Kühlung des Hauses einsetzen. Dabei wird die Wärme des Hauses an das Erdreich abgegeben.

Je nach Grundstücksgröße und den dort vorzufindenden geologischen Bedingungen hat man als Bauherr die Wahl die Wärmepumpe in Kombination mit

Erdwärmekollektoren oder
– einer Erdsonde zu betreiben.

Erdwärmekollektoren

Erdwärmekollektoren werden in 1,20 m bis 2 m Tiefe frostsicher und mit ausreichendem Abstand im Garten flächig verlegt. Die Installation ähnelt dabei dem Einbau einer Fußbodenheizung. Ein lehmiger Boden ist für den Einsatz von Erdwärmekollektoren besser geeignet als ein sandiger Untergrund, da er die Wärme gut speichert. Werden die Kollektoren in zu geringem Abstand zueinander verlegt, kann dem Erdreich zu viel Wärme entzogen werden und die Kollektoren vereisen.

Für die Montage der Erdwärmekollektoren wird eine relativ große Fläche benötigt, die auf eine ausreichende Tiefe ausgehoben werden muss. Diese Fläche muss auch nach dem Wiederauffüllen mit Erde frei bleiben und darf nicht überbaut werden. Das Pflanzen von Bäumen oder Sträucher ist an dieser Stelle nicht empfehlenswert, da sonst die Kollektoren durch das Wurzelwerk beschädigt werden können.

Erdbohrung für eine Erdsonde
Erdbohrung für eine Erdsonde

Erdsonde

Wer sich statt für Erdkollektoren für eine Erdsonde entscheidet, benötigt, neben der genauen Berechnung des Wärmebedarfs, auch ein Gutachten zur Bodenbeschaffenheit und eine behördliche Genehmigung. Nicht in jeder Region ist eine Erdbohrung durchführbar oder empfehlenswert. Bohrungen durch gipshaltige Schichten sind unbedingt zu vermeiden.

Anders als bei Erdwärmekollektoren kann die für die Erdsonde notwendige Erdbohrung auch auf kleinen Flächen durchgeführt werden. Diese Bohrungen durch Spezialfirmen erreichen dabei Tiefen von bis zu 400 m und durchqueren unterschiedliche Gesteinsschichten. Meiner Erfahrung nach kann aber auch für ein Mehrfamilienhaus eine Tiefe von 100 m ausreichen.

Gesteinsproben aus einer Erdbohrung
Gesteinsproben aus einer Erdbohrung

Das Gutachten sowie die aufwendige Bohrung können die Installation einer Erdsonde teurer als die Montage von Erdwärmekollektoren machen. Der Wirkungsgrad der Erdsonde ist dafür höher, da die Temperatur in großer Tiefe konstant ist.

Interessanter Fakt:

Nach der 100-m-Marke gilt für eine Erdbohrung das Bergbaurecht. Die Bergbaubehörde ist dann für die Genehmigung der Bohrung zuständig.

Fazit

Eine Heizung auf Basis von erneuerbaren Energien sollte heute im Neubau Standard sein. Ob eine Sole/Wasser-Wärmepumpe die passende Heizungstechnik ist, muss für jedes Projekt individuell bestimmt werden. Nicht bei jedem Bauprojekt ist eine Erdsonde angebracht oder gibt es genug Fläche für Erdkollektoren. Trotzdem zeigt sich, dass Häuser mit dieser fortschrittlichen Heizungsanlage sehr effizient und im Alltag kostengünstig zu beheizen sind. Mit einer zusätzlichen Photovoltaikanlage zur Stromerzeugung für die Wärmepumpe und einem passenden Speichermedium kann ein Haus dann beinahe autark betrieben werden.

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