„Hacker lassen Finnen frieren“ so lautete die Überschrift des Spiegels. Berichtet wurde, dass Hacker so gezielt die Heizungsteuerung zweier Mehrfamilienhäuser in Südostfinnland lahmlegten, dass die Bewohner von Ende Oktober bis Anfang November ohne Heizung und Warmwasser auskommen mussten. Die Vorstellung, dass Unbekannte die Heizung manipulieren, löst Unbehagen aus. Doch wie konnte dies geschehen?

Die Heizungsanlage der Häuser war – um die Fernwartung zu vereinfachen – dauerhaft online. Dies wurde bei einem Hackerangriff ausgenutzt und an das System so viele Datenanfragen geschickt, dass der Heizungscomputer aufgrund der vielen Anfragen herunterfuhr. Nach dem automatischen Neustart erfolgten erneut massenhaft Datenanfragen und die Heizung konnte wieder nicht starten. Unterbrochen wurde dieser Kreislauf erst, als man den Datenverkehr einschränkte, also vermutlich die Steuerung offline schaltete.

Wie kann man Smart Home Anwendungen sicher einsetzen?

Der Vorfall erinnert einen daran, dass Smart Home Systeme zwar das Leben vereinfachen und z. B. gezielt das barrierefreie Wohnen oder den Einbruchschutz unterstützen, doch dürfen Sicherheitsaspekte beim Einsatz dieser Systeme nicht außer Acht gelassen werden. Dabei sollte neben dem Datenschutz, auch die Absicherung der Systeme vor Hackerangriffen ein Thema sein.

An Beispiel vernetzter Alarmanlagen zeigt sich ebenfalls, wie wichtig die Absicherung der Systeme nach außen ist. Ist die Anlage immer online, reicht unter Umständen eine Schwachstelle wie das nicht geänderte Standardpasswort aus und Hacker können auf die Anlage zugreifen. Diese kann dann z. B. deaktiviert oder die Daten der installierten Überwachungskameras geraten in falsche Hände.

Wenn man also smarte Haustechnik verwenden möchte, sollte man sich im Vorfeld gut über das System und dessen Sicherheitsmechanismen informieren. Hierzu veröffentlichen Fachzeitschriften regelmäßig Tests. Im Alltag müssen dann Updates für die verwendete Software eingespielt und auf jeden Fall das werksseitig voreingestellte Passwort geändert werden. Es sollte abgewogen werden, ob man auf manchen Komfort, wie die Möglichkeit einer Fernwartung, nicht doch besser verzichtet und die Smart Home Technik besser offline oder zumindest per Netzwerkkabel statt WLAN betreibt.

Die Erleichterungen im Alltag, die einem smarte Haustechnik ermöglicht, bringt an anderer Stelle neue Aufgaben und Herausforderungen mit sich, um die Technik auch wirklich sicher nutzen zu können.

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