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Farbe und Licht in der Architektur

Die Bedeutung von Farbe und Licht in der Architektur

Gibt es einen besseren Zeitpunkt, um sich mit der Rolle von Farbe und Licht in der Architektur zu beschäftigen, als den Februar? Wenn in den Wintermonaten die Tage kurz und die Natur von den Farben Grau, Braun und Dunkelgrün bestimmt wird, sehnen wir uns nach dem Frühling, der Helligkeit und den frischen und bunten Farben. Doch welche Bedeutung haben Farbe und Licht in der Architektur?

Der Einfluss von Farbe und Licht

Die Bedeutung von Farbe und Licht in der Architektur reicht weit über ästhetische Aspekte hinaus. Farben und Tageslicht beeinflussen

  • unsere Stimmung,
  • die Wahrnehmung und
  • das allgemeine Wohlbefinden in einem Raum.

So verleihen warme Farbtöne wie Gelb und Orange Räumen eine einladende und energiegeladene Atmosphäre, während kühlere Farben wie Blau und Grün Ruhe und Entspannung ausstrahlen. Die Farbe Weiß steht für das Licht, die Helligkeit, Reinheit und Leichtigkeit. Je nach Tageslichteinfall kann weiß aber auch grau und steril wirken. Die Wandfarbe Schwarz dagegen „schluckt“ das Licht und wirkt dramatisch. Die Farbe Grau gilt als beruhigend, harmonisierend und ausgleichend.

An der Fassade werden Gelb und Orangetöne z. B. mit Gebäuden in Italien in Verbindung gebracht. Ein rotes Holzhaus mit weißen Fenstern erinnert einen an Schweden. Diese positive Vorstellung führt uns zu einem weiteren Punkt, nämlich der Schaffung von Identität und Wiedererkennung durch die Verwendung von Farben.

Identität und Wiedererkennung

Farben haben einen hohen Wiedererkennungseffekt, dies zeigt sich auch in der Architektur. So erkennen Sie die Gebäude eines schwedischen Möbelunternehmens aufgrund ihrer charakteristischen Farbe auch beim Vorbeifahren sofort, ebenso die Gebäude der amerikanischen Fast-Food-Kette mit dem gelben M. In der Markenführung spricht man von sogenannter Firmenarchitektur (nicht zu verwechseln mit der internen Firmenstruktur).

Einen hohen Wiedererkennungswert haben auch die von Friedensreich Hundertwasser entworfenen Häuser. Diese kann man aufgrund ihrer Optik und der Farbigkeit sofort zuordnen.

Hundertwasserhaus in Plochingen
Hundertwasserhaus in Plochingen

Farbtöne: ein Spiegel des Zeitgeists

In welcher Farbe ein Haus gestaltet wird, ist auch immer eine Frage der aktuellen Mode und des Zeitgeists. So ist das Bauhaus (1919 bis 1933) nicht nur für seinen Architekturstil, sondern auch für seine Farbpalette und die Farbenlehre bekannt.

Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier, Stuttgart
Weissenhofmuseum im Haus Le Corbusier, Stuttgart

Häuser aus den 80er-Jahren sind, sofern sie nicht in der Zwischenzeit einen anderen Anstrich erhalten haben, an den Farbtönen Braun und Beige erkennbar.
Mit den 90er-Jahren wurde dagegen die Farbe Weiß für die Fassade, aber auch in der Raumgestaltung populär. Die weiße Hausfassade der 2010/2020er-Jahre wird mit anthrazitfarbenen Details wie Fensterrahmen oder Raffstores kombiniert.

Aufgrund der Popularität von weißen Fassaden fallen farbig gestaltete Häuser besonders auf. Und wir reden hier nicht nur von farbig gestrichenem Verputzen. Moderne Fassadenverkleidungen erlauben sogar bunte Muster oder metallisch schimmernde Oberflächen.

Farbe und Licht in der Architektur: Hausfassaden mit bunten Karomustern
Hausfassaden mit bunten Karomustern

Es deutet sich derzeit an, dass es wieder zu einem Wechsel in der Fassadenfarbe kommen könnte. Die in der Mode und der Einrichtung beliebten Töne Beige und Greige (eine Mischung aus beige und grau) sieht man immer öfter an der Fassade von Neubauten.

Gut zu wissen: Bei der Gestaltung einer Gebäudefassade ist man nicht immer frei. In manchen Gemeinden oder Baugebieten gelten Gestaltungshandbücher, in denen die Farbtöne für die Fassade vorgegeben werden.

Funktionalität und Licht

Aber nicht nur die Farbe, sondern auch die Helligkeit eines Raumes beeinflusst das Empfinden der Bewohner. Fällt die helle Morgensonne in einen Raum, weckt sie die Bewohner, während am Abend das goldene Licht der untergehenden Sonne die Menschen glücklich macht.

Ein Wohn- oder Schlafraum ohne Fenster und damit ohne natürliches Licht ist für viele Menschen nicht vorstellbar.

sorgen dafür, dass die Wohn- und Schlafräume sowie Flure mit natürlichem Licht versorgt werden.

Blick von der Dachterrasse eines vom Architekturbüro Eisenbraun geplanten Doppelhauses.
Blick von der Dachterrasse eines vom Architekturbüro Eisenbraun geplanten Doppelhauses.

Bei der Planung eines neuen Gebäudes wird daher immer der Lichteinfall beachtet. Auch wird, soweit möglich darauf geachtet, dass es nicht im Schatten eines Nachbargebäudes steht oder selbst das Nachbargebäude vollständig verdunkelt. Negativbeispiel ist hier das Equitable Building, ein Hochhaus in New York, das mit seinem Bau 1915 dafür sorgte, dass die umliegenden Wohnungen gänzlich im Schatten lagen und kein Sonnenlicht mehr erhielten.

Künstliches Licht

Natürliches Tageslicht schafft eine Verbindung nach draußen und bringt Helligkeit und Lebendigkeit in den Raum. Künstliche Beleuchtung wird dagegen gezielt eingesetzt, um z. B.

  • Arbeitsflächen auszuleuchten,
  • Blickfänge zu betonen oder
  • eine gewünschte Stimmung zu erzeugen.

Wenn wir eine künstliche Lichtquelle wählen, können wir aus Leuchtmitteln mit verschiedenen Farbtemperaturen wählen. Kaltes Licht (hohe Farbtemperatur) wird bevorzugt für Arbeitsräume gewählt, während warmweißes Licht sich für Wohn- und Schlafräume anbietet. Auch die Farbwahrnehmung hängt von der Lichtfarbe ab.

Entscheidet man sich für moderne LED-Beleuchtungssysteme, so ermöglichen diese es, die Farbtemperatur und Intensität in Wohnräumen dynamisch zu steuern. So hat man immer das passende Licht.

Farbe und Licht in der Architektur: ein Fazit

Das Spiel mit Farbe und Licht bestimmt nicht nur das Design und das Raumgefühl, sondern auch die Emotionen der Bewohner. In Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass Veränderungen bei Licht und Farbe Auswirkungen auf alle vegetativen Körperfunktionen wie Stoffwechsel, Atmung, Blutdruck oder Muskeltonus haben. Deshalb spielt die Planung von Helligkeit und Farbe im Gesundheitswesen eine immer größere Rolle.

Während man bei der Verwendung von Farben und künstlichen Lichtquellen im Innenbereich flexibel ist und Änderungen relativ leicht vornehmen kann, sieht dies bei natürlichem Licht anders aus. Ein Fenster lässt sich nur mit großem Aufwand nachträglich einbauen.

Daher ist es von Anfang an wichtig, in der Planung die Kombination von Licht und Nutzungsanforderungen abzustimmen und in Einklang zu bringen.

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Hier bloggt Vera Eisenbraun, Online Marketing Fachfrau, Betriebswirtin & Blogverantwortliche hier. Meine Blogthemen sind Architektur und Digitale Medien.

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