Skip to content
Ein Wohnhaus mit Innenhof bauen: Das sind Vor- und Nachteile

Ein Haus mit Innenhof bauen: Das sind Vor- und Nachteile

In diesem Blogbeitrag verrate ich Ihnen, was Sie erwarten können, wenn ich für Sie ein Haus mit Innenhof plane.

Innenhöfe kennen wir von den Wohnhäusern der Mittelmeerregion. An diesen sonnengeschützten Plätzen trifft sich die Familie und man empfängt Freunde und Bekannte. Doch auch in Deutschland haben viele Ein- und Mehrfamilienhäuser einen Innenhof. Besonders beliebt waren sie bei Bungalows der Midcentury Modern Zeit, also den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Aber auch heute entwerfen meine Kollegen und ich Ein- und Mehrfamilienwohnhäuser mit einem Innenhof. Diese Häuser werden dann oft auch Atriumhaus oder Hofhaus genannt.

Einfamilienhäuser mit einem Atrium werden zumeist mit einem Flachdach ausgeführt und sind dabei maximal zwei Stockwerke hoch. Werden Mehrfamilienhäuser mit einem Innenhof geplant, sind sie meistens deutlich höher, haben dafür aber auch einen dementsprechend großzügigeren Innenhof.

Innenhöfe in öffentlichen Gebäuden und in Gewerbegebieten

Neben Ein- und Mehrfamilienwohnhäusern haben auch viele öffentliche Gebäude wie Schulen oder Hochschulen, aber auch Bürogebäude, Innenhöfe. So wird sichergestellt, dass auch die Räume in der Mitte eines großen Gebäudekomplexes Tageslicht erhalten.

Bei Innenhöfen mit komplett geschlossenem Glasdach kann es im Sommer allerdings zu stärkerer Wärmeentwicklung kommen. Hier sollten zusätzliche Möglichkeiten zur Beschattung und Belüftung eingeplant werden. (Ähnlich wie bei einem Wintergarten oder feststehenden Fenstern)

Innenhof Neubau Hochschule der Medien, Bild vom Tag der Architektur 2017
Innenhof einer Hochschule mit Sitzmöglichkeiten
Lichthof Eiermann Campus Stuttgart-Vaihingen
Bürogebäude mit überdachtem Lichthof

Was sind die Vorteile eines Einfamilienhauses mit Innenhof?

Ein Innenhof wird insbesondere im (Hoch)Sommer zum zentralen und angenehm kühlen Mittelpunkt eines Hauses. Er sorgt dafür, dass Tageslicht in alle Räume innerhalb des Hauses gelangt. Bei einem nach oben offenen Innenhof gelangt Frischluft in den Freibereich und in die daran angrenzenden Zimmer.

Vorteilhaft bei einem Einfamilienhaus mit Innenhof ist auch die zusätzliche Privatsphäre. Die Terrasse, ein Garten oder die an den Hof angrenzende Räume sind von außen nicht einsehbar oder begehbar. Kleine Kinder können hier gefahrlos spielen, aber nicht unbemerkt das Grundstück verlassen. Auch ein Außenbereich für eine Sauna kann in einem Atrium angelegt werden.

Die Räume, die an ein Atrium angrenzen, können mittels bodentiefer Schiebetüren optisch in den Innenhof verlängert werden. Man betritt dann direkt von der Küche, dem Wohnzimmer, einem Essbereich oder dem Schlafzimmer den sichtgeschützten Bereich.

Wo liegen die Herausforderungen eines Einfamilienhauses mit Innenhof?

In einem kleineren Innenhof gibt es insbesondere in den Wintermonaten weniger direktes Licht. Bei der Begrünung sollte man daher Pflanzen wählen, die auch im Halbschatten gedeihen. Aufpassen muss man mit Gewächsen und Bäumen, die tiefe Wurzeln ausbilden. Wichtig ist auch, dass der Regenwasserablauf ausreichend dimensioniert ist.
Eine Aussicht „nach draußen“ ist bei einem Innenhof naturgemäß nicht gegeben.

Ein Haus mit einem Atrium, hat eine größere Außenfläche als ein „herkömmliches Haus“. Mit einer modernen Dämmung und dreifach verglasten Fenstern ist dies allerdings kein Nachteil.

Gefällt Ihnen dieser Blogbeitrag?

Gerne können Sie diesen Beitrag in sozialen Medien teilen. Folgen Sie dem Architekturbüro bei Facebook, Instagram oder Pinterest und Sie verpassen auch künftig keinen neuen Beitrag.

Was sind die Vorteile eines Mehrfamilienwohnhauses mit Innenhof?

Ein Innenhof eignet sich sehr gut für die Gemeinschaftsflächen in einem Mehrfamilienhaus. So kann hier z. B. der ab drei Wohnungen (mit jeweils mindestens zwei Aufenthaltsräumen) vorgeschriebene Kinderspielplatz für Kinder bis 6 Jahre angelegt werden. Ist der Hof in sich geschlossen, haben nur Bewohner Zugang und spielende Kinder können besser beaufsichtigt werden.

Auch kann man einen Innenhof ansprechend bepflanzen und mit Sitzgelegenheiten ausstatten. So wird die Gemeinschaft und die Kommunikation zwischen den Bewohner gestärkt.

Nachteile eines Innenhofs bei einem Mehrfamilienhaus

Gerade wenn ein Atrium bei den Bewohnern gut angenommen und häufig für Feiern o. ä. genutzt wird, können auch Probleme entstehen. Dies kann dann das Thema Schall betreffen. Gespräche oder Gelächter werden durch die umgebenden Mauern widergespiegelt und sind für alle angrenzenden Nachbarn hörbar. Gehen Balkone und Terrassen in Richtung des Innenhofs gilt dasselbe. Hier können sich die Nachbarn ebenfalls durch Lärm belästigt fühlen.

Auch ist hier der Vorteil der größeren Privatsphäre durch einen Innenhof nicht gegeben.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

  • Ein Atrium ermöglicht eine bessere Belichtung innenliegender Räume – insbesondere bei herausfordernden architektonischen Bedingungen. Dies gilt für Einfamilienhäuser wie auch für Mehrfamilienhäuser.
  • Im Einfamilienhaus sorgt ein Atrium für mehr Privatsphäre.
  • Ein nach oben offener Innenhof sorgt für zusätzliche Frischluft im Gebäude.
  • Ein Hofhaus ermöglicht eine dichtere Wohnbebauung.

Hier bloggt Dipl.-Ing. Karl Eisenbraun, Architekt aus Leidenschaft und Inhaber des Architekturbüros Eisenbraun in Ostfildern.

Alle Beiträge von Karl Eisenbraun.

An den Anfang scrollen